Illustration: Gettyimages

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Gesundheit ist auch Chefsache

Das integrative Konzept der „Guten gesunden Schule" hat sich zum Ziel gesetzt, Sicherheits- und Gesundheitsförderung in allen Bereichen des schulischen Alltags zu verankern. Besonderen Einfluss auf Schulgesundheit und -qualität hat das Handeln der Schulleiterinnen und Schulleiter. Einige Anregungen für ein gesundheitsgerechtes Führungsverhalten.

 

In Kontakt bleiben
Gesundheitsgerechtes Führungsverhalten basiert auf einem vertrauensvollen Miteinander. Das heißt, dass Schulleitung und Lehrerkollegium aufeinander zählen können. Voraussetzung ist, dass Schulleiterinnen und Schulleiter die Interessen der einzelnen Akteure wahr- und ernst nehmen und mit ihnen in Kontakt treten. Dazu gehören auch kleine Gesten, wie zum Beispiel Geburtstagsgratulationen oder sich regelmäßig im Lehrerzimmer blicken zu lassen. Schulleiterinnen und Schulleiter sollten gut zuhören können und ihre Hilfe anbieten, wenn diese gebraucht wird. Zum Beispiel kann die Schulleitung einer Lehrkraft bei einem schwierigen Elterngespräch beistehen und somit zugleich den Eltern signalisieren, dass die Schule die Probleme von Schülerinnen, Schülern und Eltern ernst nimmt.

 

Anerkennen und Wertschätzen
Grundlage jeder Kommunikation und jeden Handelns in der Schule sollte eine Kultur der Würdigung und Wertschätzung sein, auch wenn man einmal nicht einer Meinung ist. Durch wertschätzendes Führungsverhalten setzt die Schulleitung Maßstäbe für den sozialen Umgang der Lehrkräfte untereinander und ebenso für den Umgang mit den Schülerinnen und Schülern. Dazu gehört, die Stärken und nicht die Schwächen einer Person wahrzunehmen und herauszustellen. Was jedoch nicht heißen soll, dass keine Kritik mehr geübt werden darf. Im Gegenteil: Fehler dürfen und sollen benannt werden. Dabei soll es fair und lösungsorientiert zugehen. Immer macht „der Ton die Musik“: Eine höflich geäußerte Kritik lässt sich leichter annehmen als ein in Rage vorgebrachter Vorwurf. Es versteht sich von selbst, dass nur dann kritisiert wird, wenn keine anderen Personen anwesend sind.

Alle einbeziehen
Schulleiterinnen und Schulleiter, die ein partizipatives Führungsverhalten pflegen, beziehen alle Schulmitglieder, vor allem aber die Lehrkräfte, in schulrelevante Entscheidungen mit ein. Sie ermöglichen Beteiligung und Partizipation. Das können etwa Arbeitsgruppen sein, in denen Lehrkräfte schulrelevante Themen gemeinsam diskutieren und bearbeiten. Das kann aber auch ein Ideenmanagement sein, an dem sich Lehrkräfte, anderes schulisches Personal sowie Schülerinnen und Schüler und Eltern beteiligen können. Eine gute Gelegenheit, alle an der Schulentwicklung teilhaben zu lassen, kann die Entwicklung oder Überarbeitung des schulischen Leitbildes sein. Ein Thema wäre dabei die Gesundheitsförderung.

 

Für gutes Klima sorgen
Ein positives Schulklima vermittelt das Gefühl, Mitglied einer verlässlichen und starken Gemeinschaft zu sein. Das fördert das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und in die des Teams. Zur Verbesserung von Stimmung und Schulklima tragen Schulleiterinnen und Schulleiter vor allem bei, wenn sie sich selbst fair verhalten und zum Beispiel alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Schülerinnen und Schüler gleich behandeln. Stoßen im Schulalltag unterschiedliche Interessen aufeinander, gilt es für Ausgleich zu sorgen. Verhaltensweisen wie „nach oben buckeln und nach unten treten“ sind in der gesamten Schule ausdrücklich nicht erwünscht. Die Anforderungen des Schulalltags und die Verpflichtungen der Schulleitung sind sicher nicht immer leicht zu handhaben. Mit einer Prise Humor und der nötigen Gelassenheit im gegenseitigen Umgang sorgt die Schulleitung ebenfalls für gute Stimmung in der Schule.

Gesundheit managen


Schulleiterinnen und Schulleiter müssen sich nicht nur mit dem eigenen Führungsstil, sondern mit allen Arbeitsbedingungen an ihren Schulen auseinandersetzen. Dabei geht es darum, Strukturen so zu gestalten, dass schulbedingte Krankheits- und Unfallrisiken vermieden und Gesundheit und Wohlbefinden der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler erhalten und gefördert werden. Das ist unter anderem Gegenstand der Gefährdungsbeurteilung, zu der Schulleitungen verpflichtet sind. Mit ihrer Hilfe werden Risiken analysiert, dokumentiert und beseitigt. Die Schulleitung kann diese Prozesse zusätzlich im Rahmen eines Gesundheitsmanagements gemeinsam mit den schulischen Akteuren angehen und steuern. Konkret können dabei Punkte wie etwa eine ungestörte Pausenmöglichkeit für Lehrkräfte oder die Gesprächskultur an der Schule bearbeitet werden. Die Themen ergeben sich aus den Bedürfnissen der Akteure und können von Schule zu Schule unterschiedlich sein.


Ricarda Gerber, Freie Journalistin und Diplom-Pädagogin


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