Dialog für mehr Sicherheit und Gesundheit

  • Der kommmitmensch-Dialog ermöglicht Reflexion
  • Unterschiedliche Perspektiven sind erwünscht
  • Das 5-Stufen-Modell als Qualitätsmaßstab


Ein konstruktiver Blick auf das, was im schulischen Alltag gut läuft, und auch auf das, was nicht so gut läuft, kann Schulen helfen, die eigene Sicherheits- und Gesundheitsarbeit weiterzuentwickeln. Hierzu bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) im Zuge ihrer aktuellen Kampagne den kommmitmensch-Dialog an. Mit diesem strukturierten Verfahren werden Schulen unterstützt, ihr eigenes Sicherheits- und Gesundheitsverhalten zu reflektieren. Geliefert werden Anregungen, wie sie sich in einzelnen Handlungsfeldern weiterentwickeln und die schulische Arbeit insgesamt verbessern können.


Zugrunde liegt ein 5-Stufen-Modell, mit dem sich unterschiedliche Muster und Verhaltensweisen im Umgang mit Sicherheit und Gesundheit einordnen lassen. Die Stufen reichen von „gleichgültig“ (1) bis „wertschöpfend“ (5), wobei die ersten drei Stufen für einen noch nicht selbstverständlichen Umgang mit Sicherheit und Gesundheit stehen. Die Stufen vier und fünf repräsentieren das Ziel, Sicherheit und Gesundheit bei allen Entscheidungen und Aktivitäten selbstverständlich mitzudenken. Dafür werden im Schulalltag Gelegenheiten und Rituale für den regelmäßigen Austausch geschaffen.


Die einzelnen Stufen:


Gleichgültig (1): Sicherheit und Gesundheit spielen nur eine Rolle, wenn (straf-) rechtlicher oder wirtschaftlicher Schaden abgewendet werden soll.


Reagierend (2): Sicherheit und Gesundheit werden erst ernst genommen, nachdem etwas passiert ist.


Regelorientiert (3): Sicherheit und Gesundheit haben einen hohen Stellenwert. Sie sollen vor allem durch strikte Regeln und Kontrolle erreicht werden.


Proaktiv (4): Verbindliche Regeln und Systeme werden als wichtig erachtet, aber nicht als ausreichend. Gemeinsam versuchen Schulleitung und Beschäftigte, Gefährdungen aufzuspüren, bevor es zu Unfällen und Erkrankungen kommt.


Wertschöpfend (5): Mögliche Folgen für Sicherheit und Gesundheit werden bei Entscheidungen und Aktivitäten selbstverständlich bedacht. Es wird kontinuierlich in die Sicherheits- und Gesundheitskultur investiert.

Je nach Schulform, Arbeitsweise und Größe des Kollegiums ist es für die Schulleitung empfehlenswert, sowohl die Lehrkräfte als auch das weitere Personal am kommmitmensch-Dialog zu beteiligen. Geeignet ist eine Bearbeitung zum Beispiel in einer Schulentwicklungsgruppe, einem Arbeitskreis „Gesundheit“ oder anderen schulischen Teams. Der Dialog sollte durch eine Moderatorin bzw. einen Moderator angeleitet werden.


Im ersten Schritt
wird eines der sechs Handlungsfelder ausgewählt: von Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur, Soziales Klima bis hin zu Sicherheit und Gesundheit. Für jedes der Handlungsfelder gibt es eine Themenkarte mit einer Frage, die im Team diskutiert wird. Außerdem werden die Regeln der Zusammenarbeit besprochen, damit jede Meinung gehört wird.


Im zweiten Schritt
werden zu jedem Handlungsfeld die passenden Dialogkarten den im Modell beschriebenen fünf Stufen zugeordnet.


Im dritten Schritt
diskutieren die Teilnehmenden gemeinsam Beispiele aus dem schulischen Alltag und ordnen auch diese den fünf Stufen zu.


Im vierten Schritt
werden auf dieser Grundlage erste Lösungsvorschläge erarbeitet.


Abschließend sollte konkret vereinbart werden, wie mit den Lösungsvorschlägen weiter umgegangen wird, damit die guten Ideen nicht im Arbeitsalltag „versanden“.

 

Weitere Infos

 


Annette Michler-Hanneken ist stellvertretende Leiterin des DGUV-Sachgebiets Schulen.

redaktion.pp(at)universum.de

Impressum  DruckenWebcode: lug1002090