Illustrationen: Getty Images, Julia August

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Schulsanitätsdienst: So funktioniert’s

  • Ein Schulsanitätsdienst schafft mehr Sicherheit in der Schule
  • Schülerinnen und Schüler übernehmen soziale Verantwortung
  • Die Erste-Hilfe-Ausbildung läuft in Kooperation mit externen Anbietern


Zunächst gilt es, eine geeignete Lehrkraft für die Betreuung des Schulsanitätsdienstes zu finden. Dafür sollte die Schulleitung den geplanten Schulsanitätsdienst im Kollegium vorstellen. „Oft übernehmen diese Aufgabe Lehrkräfte, die in ihrer Jugend selbst als Sanitäter tätig waren“, sagt Norbert Horn, Fachbereichsleiter Ausbildung der Johanniter, Mainz (Rheinland-Pfalz).


Die verantwortliche Lehrkraft ist dabei Aufsichtsperson und „helfende Hand“. Sie ist Mittelsperson zwischen Schulsanitätsdienst, Schulleitung und Eltern, führt die Inventarliste der Erste-Hilfe-Materialien und unterstützt bei der Organisation des Sanitätsdienstes.


An Grundschulen handelt es sich häufig um Arbeitsgemeinschaften für Erste Hilfe. Weiterführende Schulen halten meist eine in Diensteinheiten organisierte Gruppe vor, die im Alltag mit Ersthelferinnen und Ersthelfern bereitsteht. Je älter die Jugendlichen sind, desto professioneller kann der Schulsanitätsdienst geführt werden.


Nächster Schritt beim Aufbau ist es, nach geeigneten Schülerinnen und Schülern zu suchen. Nach den bundesweiten Erfahrungen der Johanniter finden sich häufig viele Interessenten, die im Schulsanitätsdienst eine spannende Aufgabe sehen oder erste Einblicke in den medizinischen Berufsalltag gewinnen möchten – als klassische Ersthelfer, die einen Arzt jedoch keinesfalls ersetzen.

Ausgebildet werden die künftigen Schulsanitäterinnen und -sanitäter dann von Kooperationspartnern wie Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst oder Arbeiter-Samariter-Bund. Der eintägige Erste-Hilfe-Lehrgang ist altersunabhängig und Pflicht für alle, die sich im Schulsanitätsdienst engagieren. Außerdem gibt es zwei- bis dreitägige Fortbildungen, die altersunabhängig und auf den Schulsanitätsdienst zugeschnitten sind. Darüber hinaus werden für alle Teilnehmer ab 16 Jahren einwöchige Zusatzkurse mit dem Zertifikat „Sanitätshelfer“ angeboten. Norbert Horn empfiehlt, Sanitätsteams mit der richtigen Mischung bei den Ausbildungsgraden zusammenzustellen.


So praktiziert es beispielsweise das Rabanus- Maurus-Gymnasium Mainz. An dieser Schule arbeiten rund 50 der insgesamt 850 Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich im Sanitätsdienst mit. Täglich ist ein zwei- bis vierköpfiges Sanitätsteam in Rufbereitschaft. Lehrerin Monika Heim erklärt: „Einer im Team hat die Ausbildung zum Sanitätshelfer und wird als Ersthelfer eingesetzt. Die Jüngeren, die den klassischen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, sind als Zweithelfer dabei und werden von den Älteren angeleitet.“


Ziel sollte sein, dass die Schülerinnen und Schüler den Dienst selbst organisieren. Dafür wählt die Gruppe eine Leitung sowie ein bis zwei Stellvertreter. Wenn es gut läuft, werden die Dienstpläne in Eigenverantwortung erstellt. Basisstation für die Erste-Hilfe-Materialien ist der Sanitätsraum der Schule.


Auch viele Unfallversicherungsträger unterstützen den Aufbau eines Schulsanitätsdienstes. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sind gut in der Praxis umsetzbar. Norbert Horn: „Schulen wird der Einstieg leicht gemacht.“

Weitere Infos

  • Der Aufbau eines Schulsanitätsdienstes ist freiwillig, um einen Beitrag zur Unfallverhütung, Gesundheitserziehung und Sicherheit zu leisten sowie das soziale Engagement zu stärken.
  • Unabhängig vom Schulsanitätsdienst sind Schulen gesetzlich dazu verpflichtet, unter den Lehrkräften eine ausreichende Anzahl von Ersthelfern zur Sicherstellung der Ersten Hilfe zu bestellen.
  • Mehr Informationen bietet die DGUV Information 202-059 Erste Hilfe in der Schule. Sie ist erhältlich unter https://publikationen.dguv.de, Suchwort 202-059.
  • Eine Checkliste zum Aufbau eines Schulsanitätsdienstes finden Sie auf der Rückseite unseres Magazins.


Mandy Ganske-Zapf ist freie Journalistin.

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